Bildhausen


Im nördlichen Unterfranken gründete Hermann von Stahleck, Pfalzgraf bei Rhein, im Jahr 1158 ein Kloster, das als Tochterkloster von Ebrach in den Zisterzienserorden aufgenommen wurde. In der Reformation tendierten die Mönche zwar zur Reformation, blieben aber dann doch dem Orden (und den Würzburger Bischöfen) verbunden, so daß Bildhausen bis 1803 bestand und erst in der Säkularisation aufgehoben wurde. Die Gebäude wurden allerdings in mehreren Kriegen (Bauernkrieg, Zweiter Markgrafenkrieg, Dreißigjähriger Krieg) mehrfach schwer beschädigt, so daß die heute noch erhaltenen Gebäude größtenteils aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammen. Ab 1897 bis 2017 lebten hier Nonnen der St. Josefskongregation; heute ist hier eine Sozialeinrichtung der Behindertenhilfe untergebracht. Von der Klosteranlage haben sich noch einige Bauten erhalten, die allerdings nicht mehr aus den frühen Klosterjahren stammen. Die romanische Kirche, 1179 geweiht, wurde ab 1826 abgerissen. Auch das Klosterquadrum ist bis auf einen Teil des Ostflügels nicht erhalten. Die sehenswertesten Gebäude der Anlage sind das Torhaus von 1788 und die Kanzlei (Abtei- und Syndikatsbau) mit ihrem schönen Staffelgiebel (Bild oben).



Auf dem Gelände ist auch ein Mahnmal an die Opfer des NS-Euthanasieprogramms errichtet worden (Bild unten); acht der Opfer lebten bis zu ihrer Deportation 1941 in Bildhausen.



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